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8–11 April 2027
Messegelände Köln

Fitness beginnt im Kopf: Mentale Stärke als Schlüsselkompetenz

© FIBO / Jannik Hammes

Bar ohne Namen

Entschlossen verweigert sich Savage, der Bar einen Namen zu geben. Stattdessen sind drei klassische Design-Symbole das Logo der Trinkstätte in Dalston: ein gelbes Quadrat, ein rotes Viereck, ein blauer Kreis. Am meisten wurmt den sympathischen Franzosen dabei, dass es kein Gelbes-Dreieck-Emoji gibt. Das erschwert auf komische Weise die Kommunikation. Der Instagram Account lautet: a_bar_with_shapes-for_a_name und anderenorts tauchen die Begriffe ‘Savage Bar’ oder eben ‚Bauhaus Bar‘ auf.

 

Für den BCB bringt Savage nun sein Barkonzept mit und mixt für uns mit Unterstützung von Russian Standard Vodka an der perfekten Bar dazu.

 

 

 

 

Mentale Stärke – Schlüsselkompetenz für die Fitnessindustrie?

Die Fitness- und Gesundheitsbranche steht vor einer paradoxen Situation: Noch nie standen Unternehmen, Führungskräften und Mitarbeitenden so viele Daten, Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verfügung wie heute. „Gleichzeitig wächst vielerorts das Gefühl von Unsicherheit, Komplexität und permanentem Veränderungsdruck,“ konstatiert Anke Brendt, Product Manager beim FIBO-Veranstalter RX Germany. Genau dieser Spannungsbogen zog sich wie ein roter Faden durch den FIBO Congress 2026 (16. bis 18. April 2026).

Veranstalter des Fach-Events im Confex der Koelnmesse war die FIBO, die fachliche Durchführung lag erneut bei der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) und der BSA-Akademie. Rund 40 Fachvorträge, Panels und Networking-Formate beschäftigten sich mit Themen wie Künstlicher Intelligenz, Longevity, Recovery, Training, Führung, Gesundheitsmanagement und den Auswirkungen neuer Entwicklungen wie Abnehmspritzen auf die Branche.

Die zwei Keynotes setzten einen besonderen Akzent. Die Paracycling-Weltmeisterin Denise Schindler und der Apnoe-Tauch-Weltrekordhalter Christian Redl lenkten den Blick auf eine Ressource, die im digitalen Wandel oft unterschätzt wird: mentale Stärke.

Warum wird Resilienz für Unternehmen immer wichtiger?

Der FIBO Congress 2026 bot den Teilnehmern Unterstützung für die Bewältigung der aktuellen, vielschichtigen Herausforderungen: „Viele Unternehmen erleben derzeit tiefgreifende Veränderungen. Geschäftsmodelle entwickeln sich weiter, Technologien verändern Arbeitsabläufe und die Erwartungen von Kunden und Mitarbeitenden wandeln sich“, so Gerd Maurer von der DHfPG. Für Führungskräfte bedeute das, Entscheidungen unter Unsicherheit treffen zu müssen.

Denise Schindler sieht darin keine Ausnahmeerscheinung, sondern eine neue Realität. Die wichtigste mentale Haltung sei eine Kombination aus Annehmen, Offenheit und einem trainierten Blick für Chancen. Äußere Sicherheit werde zunehmend begrenzt, erklärte sie. Entscheidend sei deshalb die Fähigkeit, Vertrauen in die eigene Reaktion auf Veränderungen zu entwickeln.


Denise Schindler während ihrer Keynote „Vom Glück, Pech zu haben. Wie Rückschläge Resilienz formen“
© FIBO Congress / DHfPG

„Resilienz entsteht genau hier. Und sie ist trainierbar – wie ein Muskel. Je öfter wir bewusst durch Veränderungen gehen, desto mehr Vertrauen gewinnen wir in unsere Fähigkeit, uns anzupassen“, so Denise Schindler. 

Die Botschaft passt erstaunlich gut zu den aktuellen Herausforderungen der Fitnessbranche. Ob Digitalisierung, KI-gestützte Prozesse, neue Gesundheitsmärkte oder veränderte Kundenerwartungen: Viele Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Bewährtes weiterzuentwickeln, ohne ihre Identität zu verlieren.

Was können Führungskräfte vom Freitauchen lernen?

Während Denise Schindler den Umgang mit Veränderungen beleuchtete, richtete Christian Redl den Blick auf den Umgang mit Druck. Der österreichische Extremsportler bewegt sich beim Freitauchen in Situationen, in denen Ruhe über Erfolg oder Misserfolg entscheidet. Seine Erkenntnisse lassen sich erstaunlich direkt auf den Führungsalltag übertragen.

 „Beim Freitauchen entscheidet nicht die maximale Kraft, sondern die Fähigkeit, unter Druck ruhig zu bleiben“, erklärt Redl. „Wer in Stresssituationen die Kontrolle über seine Atmung, seinen Fokus und seine Gedanken behält, trifft bessere Entscheidungen. Nicht die Geschwindigkeit ist entscheidend, sondern Ruhe und Vertrauen.“

Gerade für Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen besitzt diese Aussage hohe Relevanz. Die Zahl der Informationen, Entscheidungen und Anforderungen wächst stetig. Gleichzeitig erwarten Mitarbeitende Orientierung und Kunden individuelle Lösungen. Die Fähigkeit, auch unter Druck fokussiert zu bleiben, entwickelt sich damit zunehmend zu einer Führungsqualifikation.

Wie entstehen aus Krisen neue Chancen?

Ein weiterer Schwerpunkt der Keynote von Denise Schindler war der konstruktive Umgang mit Rückschlägen. „Krisen haben ein schlechtes Image. Dabei sind sie oft genau der Moment, in dem echte Entwicklung beginnt“, erklärte sie. Alte Sicherheiten würden wegbrechen, gleichzeitig entstehe jedoch Raum für Neues.

Schindler empfiehlt in schwierigen Situationen drei zentrale Fragen:

  • Was funktioniert hier gerade nicht mehr für mich?
  • Was darf ich loslassen?
  • Was könnte stattdessen entstehen?

Auch diese Perspektive lässt sich auf die Entwicklung der Branche übertragen. Viele der heute erfolgreichen Geschäftsmodelle entstanden aus Umbruchsituationen heraus – sei es während der Digitalisierung, der Pandemie oder durch die zunehmende Verschmelzung von Fitness, Gesundheit, Prävention und mittlerweile Longevity.

Der Kongress machte deutlich, dass die Branche aktuell erneut vor einer solchen Transformationsphase steht. Die entscheidende Frage lautet also weniger, welche Veränderungen noch kommen werden, sondern wie Unternehmen ihnen begegnen.

Welche Rolle spielen Fitnessstudios für die mentale Gesundheit?

Besonders spannend ist Denise Schindlers Blick auf die gesellschaftliche Rolle der Fitnessbranche. Die Welt sei geprägt von permanenter Erreichbarkeit, Informationsüberlastung und zunehmender sozialer Isolation. Genau deshalb könnten Studios heute weit mehr sein als Orte des körperlichen Trainings. Die Fitnessbranche begleite Menschen seit jeher durch Veränderungsprozesse, betont sie. Studios könnten soziale Ankerpunkte werden – Orte, an denen Menschen wieder Verbindung zu sich selbst und anderen finden, Stress abbauen und echte Begegnungen erleben.

Trainerinnen und Trainer übernehmen dabei eine Schlüsselrolle. Sie seien längst nicht mehr nur Experten für Bewegung, sondern zunehmend auch Begleiter für mentale Stärke und persönliche Entwicklung. Diese Sichtweise korrespondiert mit vielen Themen des FIBO Congress 2026. Zahlreiche Vorträge zeigten, wie eng körperliche Gesundheit, mentale Leistungsfähigkeit und langfristige Lebensqualität inzwischen miteinander verknüpft sind.

Wie bleibt man in einer komplexen Welt leistungsfähig?


Christian Redl während seiner Keynote “Mentale Stärke: Grenzen der Leistungsfähigkeit? Tipps eines Weltrekord-Apnoetauchers.
© FIBO Congress / DHfPG

Auch Christian Redl sieht die größte Herausforderung unserer Zeit nicht in mangelnder Leistungsbereitschaft, sondern in fehlender Fokussierung. „Mentale Stärke entsteht nicht durch mehr Machen, sondern durch bewusstes Steuern von Fokus und Energie“, sagt er. Im Freitauchen könne man nicht gegen den Druck arbeiten. Stattdessen gehe es darum, Prioritäten zu setzen und zwischen Anspannung und Entspannung wechseln zu können.

Gerade in einer Branche, die sich intensiv mit Künstlicher Intelligenz, Datenanalysen, neuen Trainingskonzepten und digitalen Geschäftsmodellen beschäftigt, gewinnt diese Fähigkeit an Bedeutung. Technologie kann Prozesse beschleunigen und Entscheidungen unterstützen. Sie ersetzt jedoch nicht die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, Menschen zu führen und Orientierung zu geben.

Fazit: Technologie verändert Märkte – Menschen entscheiden, was daraus wird

„Der FIBO Congress 2026 zeigte eindrucksvoll, wie dynamisch sich die Fitness- und Gesundheitsbranche entwickelt. Künstliche Intelligenz, Longevity, Recovery, neue Trainingsansätze und innovative Geschäftsmodelle werden die Zukunft der Branche prägen,“ so Anke Brendt.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis des Kongresses geht jedoch über einzelne Trends hinaus. Die Zukunft der Fitnessbranche wird digitaler, datengetriebener und vielfältiger. Erfolgreich wird sie aber vor allem dort sein, wo Menschen mentale Stärke, Lernbereitschaft und Führungsqualität mitbringen.

Oder, um die Botschaften von Denise Schindler und Christian Redl zusammenzufassen: Veränderungen lassen sich nicht aufhalten. Druck lässt sich nicht vermeiden. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Technologie verändert Märkte. Menschen entscheiden, was daraus wird.