24. August 2022

E-Sports – wie die Wettkämpfe in der digitalen Welt aussehen

Bild: Stephanie Lindgren – ESL Impact Dallas 2022

1,14 Milliarden US-Dollar (Newzoo 2022) – so viel Umsatz wird jedes Jahr mit E-Sports gemacht. E-Sports steht für elektronischen Sport und bezeichnet Wettkämpfe in der digitalen Welt, wie Rätsel-, Shooter- oder Strategiespiele. Um Wettbewerbe bestreiten zu können, bedarf es der richtigen Vorbereitung und Fitness. Doch das ist nicht der einzige Grund, sich mit diesem digitalen Trend näher zu beschäftigen. Hier ist eine Liste der wichtigsten Begriffe, Gamer und Spiele, die man unbedingt kennen sollte.

An den Grenzen der körperlichen und geistigen Fitness

Entgegen dem weitverbreiteten Mythos, dass E-Sportler nur vor dem Computer sitzen und spielen, achten auch E-Athleten auf Ernährung sowie Fitness. Die Gamer verbringen teils Stunden damit, geistige und körperliche Fähigkeiten zu trainieren. Eigene Healthcoaches helfen den Profi-Gamern, sich richtig zu ernähren. Wie auch andere Leistungssportler halten sich E-Sportler an Ernährungspläne, die zum Beispiel Lebensmittel wie Blaubeeren, Mandeln oder Fisch enthalten, um die Reaktions- und Leistungsfähigkeit zu fördern und die Zellfunktionen zu unterstützen.

Besonders wichtig ist es, nicht zu viel Zucker zu sich zu nehmen, damit keine unnötige Müdigkeit auftritt. Engagierte Trainer bereiten die Gamer auf die entsprechenden Wettkämpfe vor. Anhand von gemeinsam erarbeiteten Strategien, kollektiven Trainings und speziellen Aufwärmübungen sollen die Spieler in Höchstform bleiben. Nicht umsonst schaffen erfahrene Gamer locker bis zu 300 Klicks pro Minute.

 

E-Sports – der neue Trend?

Neben dem digitalen Training spielen viele Wettkämpfer Fußball oder treiben andere Sportarten, um sich fit zu halten. Ohne körperliche Kondition wäre es nicht möglich, täglich bis zu 10 Stunden mit voller Konzentration E-Sport zu betreiben. Deshalb gibt es in Asien bereits Leistungstests, bei denen E-Sportler ihre körperliche Gesundheit nachweisen müssen, um zu zeigen, dass der Beruf als Gamer der Gesundheit nicht schadet.

Es besteht die realistische Möglichkeit, dass sich dieser Trend auch in Europa durchsetzen wird, sobald E-Sports auch hierzulande mehr Aufmerksamkeit in der Sportszene erhält. Vereine, die E-Sports-Gamer unter Vertrag nehmen - wie kürzlich der VfL Wolfsburg mit eigenen FIFA-E-Sports-Gamern – gibt es bereits auch hierzulande. Allerdings bedarf es nicht nur einzelner Vereine, sondern auch engagierte Agenturen, die sich auf digitale Wettbewerbe spezialisieren.

Diese Agenturen fördern die Gamer, indem sie deren Pressearbeit managen, Interviews arrangieren, die Wettkämpfe für die Community live aufzeichnen und emotionale Zustände während des Wettkampfs festhalten. Die Gamer perfektionieren diese Auftritte in den sozialen Medien, um das Interesse von Sponsoren zu wecken und die Community auf dem Laufenden zu halten. Sponsoren sind oft Spielehersteller, die die Reichweite der Gamer für Werbezwecke nutzen.

 

Die beliebtesten Spiele im E-Sports

In der E-Sports-Community gibt es eine Vielzahl von beliebten Spielgenres. Die Genres werden in Ego-Shooter, Rollenspiele, Strategiespiele und Point-and-Click-Adventure-Spiele unterteilt. Ego-Shooter, oder im deutschsprachigen Raum First-Person-Shooter, sind Szenarien, in denen die Gamer nur die Arme der Spielfigur oder eine Schusswaffe sehen. Rollenspiele bieten eine andere Perspektive: Sie finden oft in einer Fantasiewelt oder in einer anderen Zeit statt. Hier wird das Spiel aus der Third-Person-Perspektive gespielt, bei der der Gamer die gesteuerte Figur in der Umgebung von außen betrachtet.

Dabei wird zwischen der Verfolger- und der Vogelperspektive unterschieden. Rollenspiele werden auch aus der Ich-Perspektive gespielt, in diesem Fall heißen sie FP-RPGs (First-Person Role-Play Games). Bei Strategiespielen geht es darum, ein Ziel zu verfolgen und es durch strategische Finesse zu erreichen. In der letzten Kategorie, den Point-and-Click-Adventures, klickt sich der Gamer durch eine virtuelle Spielwelt und löst dabei Rätsel.

 

Die Champions des E-Sports

Die bestverdienenden Gamer im E-Sports orientieren sich anhand der gewonnenen Preisgelder unabhängig vom Einkommen oder Werbeeinnahmen. Das bisher weltweit höchste Preisgeld des E-Sports wurde in Bukarest bei der Dota 2-Weltmeisterschaft The International 2021 mit 40 Millionen US-Dollar vergeben. Gewonnen hat Team Spirit aus Russland. Das Turnier findet jährlich statt und wird vom US-Spieleentwickler Valve organisiert. In den Jahren 2018 und 2019 gewann das Team OG um den dänischen E-Sportler Johan N0tail Sundstein die Weltmeisterschaft. Damit steht sein Team an der Spitze der Liste der bestverdienenden Gamer des E-Sports. Das Magazin Forbes führt Sundstein auf der Liste der 30 unter 30 im Bereich Games.

 

Diese Begriffe und Abkürzungen muss man kennen, um nicht als Noob dazustehen:

Die richtige Sprache ist im E-Sports entscheidend. Wer in der Branche Fuß fassen will, sollte einige Begriffe wie Noob, Deathmath oder Clutch kennen.

1) „Noob“: Während Newbie ein freundlicher Begriff für Anfänger ist, wird Noob meist abwertend verwendet. Ebenso das Akronym Boon, welches in respektloser Weise verwendet wird.

2.) „Glhf“: Viel Glück, viel Spaß ist eine bekannte Phrase, die vor Spielen verwendet wird. Verwandt: Nach einem Spiel wird gg (good game) oder gz (Gratulation) oder wp (well played) geschrieben.

3.) „Bm“: Wenn Gamer bad manners schreiben, ist das mehrheitlich ein Zeichen für unfaires Verhalten.

4) „Clutch“: Ein Clutch ist, wenn ein Gamer es schafft, trotz schwieriger Situationen zu gewinnen.

5) „Adds“: Adds sind additional monster, also Figuren, die einen stärkeren Gamer begleiten, aber selbst schwächer sind.

6) „BarCraft“: Spiele sehen, aber nicht solo? Kein Problem – dafür gibt es Barcrafts. So heißen Public Viewing von E-Sports-Spielen.

7.) „Buff“: Ein gebuffter Charakter oder Rolle ist eine verbesserte Version des Gamers. Zum Beispiel werden bestimmte Charaktereigenschaften, die für einen frühen Sieg hilfreich sind, verstärkt. Das Gegenteil ist ein Nerf – wenn eine Waffe, ein Gamer oder ein Charakter verschlechtert oder geschwächt wird.

8) „Damage per second“: Dies ist der maximale Schaden, den ein Gamer pro Sekunde verursacht.

9) „Deathmatch“: Deathmatch ist eine Mehrgamer-Variante in Ego-Shootern, bei der ein Gamer, der ausgeschieden ist, das Spiel nicht endgültig verlassen muss, sondern an einer anderen Stelle wieder einsteigt.

10) „Feeder“: Das deutsche Wort füttern hat im Spielkontext zwei verschiedene Bedeutungen. Die eine Bedeutung ist eine Beleidigung für einen Gamer, der von der mangelnden Geschicklichkeit des Gegners profitiert. In der anderen Bedeutung werden verbündete Gamer gefüttert, um sich einen Vorteil gegenüber dem Gegner zu verschaffen.

With these terms and information, gaming can really get started!

After the successful launch of the E-Sport & Gaming Area at FIBO 2022, visitors can also look forward to a diverse range of offerings at FIBO 2023.