6. Mai 2022, von Starmühler

Biohacking – was steckt dahinter?

© Unsplash/Fortune Vieyra

Einen tiefen Schlaf haben, sich ausgewogen ernähren und eine starke Konzentrationsfähigkeit schaffen – das ist, was die meisten Sportler und Athleten anstreben. Nun gibt es einen neuen Trend, der diesen Lifestyle unterstützt und sogar eine höhere Leistung sowie Konzentrationsfähigkeit verspricht: Biohacking.

 

Das Biohacking fand seinen Ursprung 2005 in den USA. Das Ziel ist es, individuell nach Schwachstellen im Körper zu suchen, diese zu dokumentieren und zu analysieren, um dann etwas dagegen tun zu können. Dabei suchen Biohacker mithilfe von Technologie wie Fitnesstrackern, speziellen Lichtbrillen oder Atemmasken nach Reizen und analysieren, wie der Körper auf diese reagiert. So versuchen sie im richtigen Moment mittels Ernährung, Sport und auch Nahrungsergänzungsmitteln einzugreifen und damit den Körper zu optimieren und zur maximalen Leistungsfähigkeit zu gelangen. Langfristig möchte man einen fitten, gesunden Körper, tiefen, erholsamen Schlaf und starke Konzentrationsfähigkeit erlangen. Doch kann Biohacking dabei helfen, die beste Version seiner selbst zu werden?

 

Wie wird man die beste Version seiner selbst?

Gelingen kann Biohacking nach einer genauen und individuellen Körperanalyse mit gezieltem Sport, Ernährung, Schlaf und Meditation. Es gibt viele Tipps und Tricks, wie man den Lifestyle des Biohackings gesund bewältigen kann, natürlich sollte aber jede Diät auch vorher mit einem Arzt besprochen werden.

 

Eisbäder für tiefen Schlaf und einen klaren Geist

Guter Schlaf ist das A und O eines gesunden Körpers. Biohacker richten ihren Schlaf meist nach dem zirkadianen Rhythmus, der den gesamten Tagesablauf miteinberechnet. Aber für guten Schlaf gibt es auch andere, wirksame Alternativen, wie zum Beispiel Digital Detox: Vor dem Zu-Bett-Gehen wird eine Stunde auf jegliche Bildschirme verzichtet, weil das blaue LED-Licht dem Hirn suggeriert, es sei noch Tag. Auch die Einnahme von Melatonin oder wertvollen Pflanzenstoffen wie der Passionsblume können unterstützend für den Einschlafprozess wirken. Atemübungen oder Meditation tragen ebenso zu gutem Schlaf bei und auch Apps können helfen, den Schlafrhythmus zu tracken, um zu verstehen, wie gut man schläft.

Meditation kann nicht nur Auswirkungen auf den Schlaf haben, sondern auch auf das Mindset, das, wie jeder Sportler weiß, auch immer auf den Körper und die körperliche Fitness einwirkt. Das Mindset trainieren, mentale Stärke aufbauen und bis an die eigenen Grenzen gehen: Davon spricht auch der Biohacker Wim Hof, der internationale Rekorde im Ertragen extremer Kälte und den Rekord für das längste Eisbad hält. Eisbäder und Kälte versprechen nicht nur eine enorme Willenskraft, sondern sollen, in kontrollierter Form, auch Schmerzen lindern, Stress abbauen und Glücksgefühle auslösen. Langfristig können solche Bäder auch Hände und Füße erwärmen und einen besseren Schlaf fördern. Ein weiterer Tipp für ein klares Mindset kann Journaling sein, also das regelmäßige Aufschreiben von Zielen, Gedanken und To-Do-Listen. Auch die gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie kann helfen, das Mindset zu stärken.

 

Ernährung und Sport im Leben eines Biohackers

Einer der wichtigsten Punkte für einen fitten Lebensstil ist gesunde Ernährung. Biohacker achten darauf, Mikronährstoffe wie Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine und Antioxidantien zu sich zu nehmen. Das fördert die Leistungsfähigkeit und bringt Energie. Zucker und Kohlenhydrate werden dabei eher vermieden. Deswegen ernähren sich viele Biohacker ketogen oder low-carb, aber auch Paleo- oder Eat-and-Stop-Diäten sind beliebt. Empfohlen werden pflanzliche Öle, Fleisch, Fisch und Milch sowie Hülsenfrüchte als vegane Protein-Quellen. Ein besonderer Tipp des berühmten Biohackers Dave Asprey ist Bulletproof Coffee. Der Amerikaner entdeckte auf einer seiner Reisen durch den Himalaya den Yakbutter-Tee, den er zurück in der Heimat in Kaffee umwidmete. Der Kaffee ersetzt eine Frühstücksmahlzeit, verhindert Kohlenhydratzufuhr am Morgen und versorgt Körper und Geist mit hochwertiger Energie. Dem Kaffee werden zwei Esslöffel Weidebutter sowie MCT-Öl zugeführt, anschließend wird alles im Mixer vermengt. Das Getränk soll die Ausdauerfähigkeit sowie Konzentrationsfähigkeit stärken.

Bewegung und Sport gehören zum Alltag eines Biohackers wie Gewichte zum Krafttraining. Natürlich steht auch hier die Individualität an erster Stelle, prinzipiell gibt es aber trotzdem hilfreiche Anleitungen: Regelmäßiges Krafttraining hilft zur Stärkung der Muskulatur, besonders HIIT oder Crossfit eignen sich dafür gut. Diese zwei Sportarten verbinden das Krafttraining nämlich mit Ausdauertraining, das für das Herz-Kreislauf-System unterstützend wirkt. Außerdem sollten Sportler auf die Dehnung Rücksicht nehmen und immer wieder Dehn- oder Stretching-Übungen einfließen lassen. Auch im Büroalltag kann dies gut funktionieren – manchen hilft es, kleine Pausen im Arbeitsalltag einzuschieben, um sich kurz zu bewegen. Das regt zusätzlich das Denkvermögen an.

 

Die Individualität steht an erster Stelle

Ein großer Fokus im Biohacking liegt auf der Individualität. Jeder Körper ist anders und sollte auch so behandelt werden. Besonders Frauen wird zum Beispiel empfohlen, sich nach ihrem Zyklus zu richten. Und Profi-Sportler müssen beim Biohacking andere Dinge beachten, zum Beispiel bei der Ernährung als Freizeit-Sportler. Diäten sollten erst nach ärztlicher Konsultation durchgeführt werden und das Wohlbefinden steht dabei an erster Stelle. Auch eine Sammelwut an Daten kann Stress verursachen, deswegen sollte man auch beim Gesundheitstracking immer die Menge im Auge behalten. Ein zu starkes Streben nach Selbstoptimierung kann oft auch in Stress und Frustration umschlagen, genau das, was beim Biohacking eigentlich vermieden werden sollte.

 

Fünf Tipps, um mit dem Biohacking zu starten:

·     Tracke deine Gesundheit mithilfe von Apps

·     Führe eine regelmäßige Meditation in deine Alltagsroutine ein

·     Leg vor dem Zu-Bett-gehen dein Handy weg

·     Dusche dich morgens mit eiskaltem Wasser

·     Achte auf eine gesunde Ernährung