• 7 – 10 April 2022
  • Messegelände Köln

21. Oktober 2021, von Andreas Scholz

Mit der Messung der Körperzusammensetzung Kunden optimal beraten

Wie viel Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sollte man essen? Die sogenannte Bioimpedanzanalyse kann für Trainer ein wirksames Mittel sein, Kunden gerade vor dem Hintergrund steigender Diabetes-Zahlen mit einem individuellen Ernährungsplan zu unterstützen.  

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Die BIA-Messung gibt einen guten Einblick über den Gesundheitszustand. Gerade Menschen, die unter Typ-2-Diabetes leiden, können so optimal beraten werden. 7,2 Prozent der Erwachsenen (4,6 Millionen) im Alter von 18 bis 79 Jahren haben schon einmal die Diagnose Diabetes erhalten. Bei einem weiteren Anteil von zwei Prozent der Erwachsenen (1,3 Millionen) muss von einem noch unentdeckten Diabetes ausgegangen werden. Nach der­zeitigem Kenntnisstand sind ca. 90 Prozent aller Diabeteserkrankungen dem Typ-2-Diabetes zuzuordnen (Quelle: RKI, 2021).

Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung des Zuckerstoffwechsels, die auch als „honigsüßes Hindurchfließen“ bezeichnet wird. Dabei ist die Aufnahme von Zucker aus der Blutbahn in die Zellen gestört. Der Körper „verzuckert“ regelrecht. Die Bauchspeicheldrüse, das Organ das Insulin produziert, ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert, ermüdet zunächst bevor es vollends erschöpft. Typ-2-Diabetes wird anhand der Blutzuckerwerte diagnostiziert (Blutzucker, Insulin, HbA1c, Fructosamin, CRP).

 

Was ist Insulin?

Insulin ist ein Hormon, das wie ein Schlüssel funktioniert. Es dockt an die Zelle an und öffnet so die „Tür“ für den Zucker (Glukose). Dieser kann nun in die Zellen gelangen. Auf diese Art und Weise sinkt der Blutzuckerspiegel.

Ist der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht, muss dementsprechend viel Insulin produziert werden, damit der Zucker in die Zelle gelangen kann. Die Zellen stumpfen gegen die erhöhten Insulinmengen ab. Dieses Vorkommen bezeichnet man als Insulinresistenz. Der Zucker kann nicht mehr ohne Probleme in die Zelle gelangen, also muss von der Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produziert werden. Eine Lebensstiländerung kann in diesem Zustand einen Typ-2-Diabetes noch verhindern oder rückgängig machen. Das Produzieren von Insulin strengt die Bauchspeicheldrüse an. Hält dieser Zustand über lange Zeit an ermüdet die Bauchspeicheldrüse. Es kann kein Insulin mehr produziert werden – es hat sich ein insulinpflichtiger Typ-2-Diabetes entwickelt, der mit Insulinspritzen behandelt werden muss.

 

Krafttraining im Kampf gegen Typ-2-Diabetes

Sport fördert die Verwertung von Fetten und Kohlenhydraten und kann so helfen die Insulin- und Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu bringen. Es können mehr Kohlenhydrate aufgenommen werden. Zudem erhöht sich der allgemeine Energiebedarf, was eine Körpergewichtsreduktion erleichtert. Eine dazu passende Ernährungsform sollte genau auf den Kunden angepasst werden. Hier kann eine Bioimpedanzanalyse vorteilhaft sein.

 

Körperzusammensetzungsmessung hilft Diabetes zu regulieren

Die Bioimpedanzanalyse (BIA-Messung) misst die Körperzusammensetzung und liefert eine Vielzahl an Gesundheitswerten, mit denen man nicht nur den Körperfett- und Muskelanteil bestimmen kann, sondern auch auf die Gesundheit schließen kann. Auch der viszerale Körperfettanteil, der bei Typ-2-Diabetikern von besonderer Bedeutung ist, wird von der Waage ermittelt. Einige Waagen messen zudem den Phasenwinkel, der auf den Gesundheitszustand der Zellen schließen lässt.

Um eine Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes vorzubeugen, bzw. rückgängig zu machen, sollte die Ernährung an die Körperzusammensetzung angepasst werden. Die Nährstoffzufuhr wird an die fettfreien Masse (FFM, im englischen „Lean Bodymass (LBM)“) angepasst, damit der Körper ideal versorgt werden kann.

 

è Eiweißzufuhr: Ideal ist eine Eiweißzufuhr von 2,5 g Eiweiß pro Kilogramm LBM

è Fettzufuhr: Ideal ist eine Fettzufuhr von 1,0 bis 1,5 g Fett pro Kilogramm LBM

è Kohlenhydratzufuhr: Berechnet durch den Leberglykogenspeicher anhand der LBM – siehe nächste Seite

 

Beispielhafte Berechnung:

Person:

100 kg Körpergewicht

30,0 % Körperfettanteil

70 kg Lean Body Mass (LBM)

 

Eiweiß:                        175 g

Fett:                            70 – 105 g

Kohlenhydrate:           96 g (an Trainingstagen plus 20 g KH)

 

Wie viele Kohlenhydrate sollte der Diabetiker essen?

Um zu bestimmen wie viele Kohlenhydrate wir essen können, um unsere Muskeln mit ausreichend Energie zu versorgen, wird der Leberglykogenspeicher mit Hilfe der LBM bestimmt. Diese Menge sollte der Diabetiker täglich zuführen. Im Fitnessstudio rechnen wir der Muskelmasse, nicht mit dem reinen Körpergewicht.

 

LBM  (in kg)

Glykogen gesamt (g)

davon Leber (g)

davon Muskel (g)

35

266

48

218

40

304

55

249

45

342

62

280

50

380

68

312

55

418

75

343

60

456

82

374

65

494

89

405

70

532

96

436

75

570

103

467

80

608

109

499

85

646

116

530

90

684

123

561

95

722

130

592

100

760

137

623

 

Um es schnell und einfach zu machen, gibt es Figurplaner, mit denen man in kürzester Zeit nach der Eingabe der BIA Messung einen Ernährungsplan erhält. Infos dazu beim Autor.

Über den Autor

Andreas Scholz ist gefragter Wissenschaftler und Redner im deutschsprachigen Raum. Als diplomierter Ökotrophologe mit einer ganz besonderen persönlichen Geschichte hat er seine ganz eigene Meinung dazu, wie Menschen eine gute Figur machen können.  (figurmacher.andreasscholz.info