5. Juli 2021, von Julia Bernert

Diese Themen bestimmen die Zukunft des Fitness Business

Ob gesteigertes Gesundheitsbewusstsein, die Nutzung neuer Technologien oder angepasste Sportgewohnheiten: die Pandemie hat für die Fitnessbranche großes Potenzial entfacht. Welches, hat Fred Hoffman beim Club Industry Event verraten.

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Die Branche formiert sich für die Zeit nach Corona. Hatte Covid-19 in den letzten 15 Monaten nicht nur der Fitnessbranche schwer zu schaffen gemacht, so kann langsam der Blick vom wirtschaftlich entstandenen Scherbenhaufen abgewandt werden. Denn für die Fitnessbranche wurde durch die neue Nutzung modernster Technologien und der auch medial getriebenen Sensibilisierung für Health-Themen enormes Potenzial entfesselt. Welches, verriet Fred Hoffman beim Club Industry Event „The Future of Fitness“ am 16. Juni 2021.

 

Spannende Insights, lebhafter Austausch sowie ein hochkarätiges Line-Up internationaler Top-Speaker und New Faces gab es am 16. und 17. Juni 2021 beim FIBO-Partnerevent „The Future of Fitness“ von Club Industry. Einen der ersten Beiträge lieferte Fred Hoffman von Fitness Resources Consulting Services. In seiner Keynote „Five Issues of Shaping the Future of Work in the Fitness Industry“ zeigte er auf, um welche Themen Fitness Professionals nicht rumkommen und wagt die Prognose: „The Future is bright“. 

 

Corona: Der Elefant im Raum. Oder doch im Porzellanladen?

Lockdown, behördlich angeordnete Schließungen, Kurzarbeit. Die Liste der Corona-Bürden ist lang und lädt zum Jammern und Verzagen ein. Nicht nur, aber auch in der Fitnessbranche. Und während manch einer zaghaft von Corona als Elefant im Raum spricht, so ging Fred Hoffman in seiner Keynote noch einen Schritt weiter. Warum ihn nicht wie einen Elefant im Porzellanladen sehen? Hat Corona in der Branche gewütet? Ja. Sind die Auswirkungen der Pandemie offensichtlich? Ja. Entstand durch die Scherben Raum für Innovation und Modernisierung? Ja. 

 

Eine neue Daseinsberechtigung 

„Es war nicht nur ein Desaster“, stieg Hoffman ein und lenkte die Aufmerksamkeit auf die katalysatische Wirkung der Krise. „Für die Zukunft ist es essenziell, das Gute der Pandemie anzunehmen. Durch die erzwungene Enthaltsamkeit während der Lockdowns entstand zum Beispiel ein neues Bewusstsein für die Notwendigkeit von Bewegung, was der Branche eine unstrittige Daseinsberechtigung sichert. Außerdem wurden wir zum Überleben regelrecht zum Umdenken gezwungen.“ So haben, laut Hoffman, durch die Pandemie mehr Menschen Zugang zu Bewegungsangeboten. Zum einen durch neu implementierte, digitale oder hybride Modelle mit attraktiver Preisgestaltung seitens der Anbieter. Zum anderen durch die aufgekeimte Lust am Ausprobieren neuer Corona-konformer Aktivitäten auf Kundenseite.  

 

Alt, übergewichtig und tech-affin: So sieht er aus, der Kunde der Zukunft

Apropos Kundenseite. „Das Who der Zukunft“ definierte Fred Hoffman als zweites Pflichtthema für alle Fitnessprofessionals und wies dabei nicht nur auf die alternde Gesellschaft hin. Pointiert arbeitete er anhand der einzelnen Zielgruppen drei Trends mit nachhaltigem Potenzial heraus. Allen voran „Medical Fitness“, was auf den aktuellen Gesundheitsboom aufsattelt und Fitnessanbietern durch spannende Kollaborationsmöglichkeiten mit Krankenhäusern, Praxen und weiteren medizinischen Einrichtungen neue Zielgruppen – von der Weltkriegsgeneration bis zur Generation Z – eröffnet. 

Eng verbunden mit „Medical Fitness“ ist der Aspekt „Gewichtsreduktion“, dem Fred Hoffman große Bedeutung beimisst. So seien weltweit mehr als 650 Millionen Erwachsene fettsüchtig und über 340 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 19 Jahren übergewichtig oder fettleibig. „Hier liegt ein enormes Potenzial, das sprichwörtlich aktiviert werden kann“, ist sich Hoffman sicher. 

Last but not least wandelt sich analog zur Demografie auch die Tech-Affinität der Menschen. Denn es kommen immer mehr Digital Natives zur Welt und die Akzeptanz von virtuellen oder zumindest hybriden Trainingsangeboten steigt jenseits der Generationen Y und Z. Daher lohne sich eine sorgfältige Überprüfung des Angebots, zunehmend auch mit Blick auf die Konnektivität.

 

Der neue Zeitgeist: Nur Fitness reicht nicht mehr.

„Wellness is the way to go“, formulierte Fred Hoffman im nächsten Part seines Vortrags und rief dazu auf, vom aktuellen Wellness-Boom zu partizipieren. Er ist sich sicher: „Im Studio geht es nicht mehr nur um Sport“. Es ginge um Lifestyle, Wohlbefinden und Gesundheit. Ein Trend, der mit unterschiedlichsten Corporate Wellness-Angeboten die Arbeitswelt längst erreicht hat und der für den Fitnesssektor zunehmend entscheidend in Sachen Kundengewinnung, -bindung und -rückgewinnung sein wird. Daher nahm er Wellness als nächstes Top-Thema auf’s Tableau und appellierte er in seinem Vortrag an alle Fitnessanbieter, die Chancen des Wellness-Hypes nicht ungenutzt zu lassen, sondern den Markt mit Blick auf das eigene Angebot zu sondieren. Um entsprechende Komponenten zur Steigerung der eigenen Attraktivität ins eigene Businessmodell mit aufzunehmen.  

 

Neue Technologien nutzen 

Das Gleiche riet Fred Hoffman in Sachen Digitalisierung und neue Technologien – inklusive Künstliche Intelligenz und Virtual Reality. „Das ist ein Bereich, in dem wir uns alle laufend weiterbilden müssen und den wirklich niemand mehr ignorieren kann“, ermutigte Hoffman. Der Business Coach aus den USA mit Wohnsitz in Paris motivierte, Apps, Fitness Gadgets, Smart Gyms, Online-Plattformen o. ä. nicht als Konkurrenten, sondern als wertvolle Ergänzung zu sehen. „Eure Kunden wollen überall, zu jeder Zeit und am besten noch mit einem mobilen Gerät trainieren können. Tut ihnen – und euch – den Gefallen, beugt euch dem Zeitgeist und nutzt die neuen technologischen Möglichkeiten.“ 

Diese reichen von Live-Streams und On-Demand-Angeboten exklusiv für Mitglieder, über Podcasts, Webinars und Onlinekonferenzen bis hin zu wertvollen Kollaborationen mit Tech-Anbietern und dem passgenauen Einsatz von Artificial Intelligence und Virtual Reality. Maßvoll eingesetzt könnten Chatbots den Fitnessanbieter sowohl bei internen Zwecken wie in der Außenkommunikation entlasten, während ausgefallene VR-Anwendungen mit Gameficiation-Elementen Alleinstellungsmerkmale bedeuten und neue Zielgruppen ansprechen könnten. 

Mit seinem fachlich versierten Beitrag rückte Fred Hoffman gleich zum Auftakt von „The Future of Fitness“ die Perspektive für die globale Fitnessbranche faktenbasiert in ein vielversprechendes Licht.

 

Die Sessions von der virtuellen FIBO-Partnerveranstaltung „The Future of Fitness“ sind on-demand abrufbar. Dafür einfach kostenfrei registrieren unter https://futureoffitness.clubindustry.com.