5. Juli 2021, von Cornelia Tautenhahn

„Hollywell“, personalisiertes Essen und Atem-Partys: Die globalen Wellnesstrends 2021 - Part 1

Smart-TV-Marken werden zu Playern im Gesundheitsmarkt, wir essen und atmen fürs Immunsystem und die Architektur schafft Räume für Wellness: Das sind die GWI Wellnesstrends 2021.

Wellness erobert Hollywood © Shutterstock

Die auf rund 4,5 Billionen Dollar geschätzte Wellnessindustrie beinhaltet unzählige Spielarten und Trends. Die Studie des Global Wellness Institute zu den Trends 2021 zeigt einige durch die Corona-Pandemie verursachte Paradigmenwechsel.

 

Trend 1: Die Unterhaltungsindustrie setzt auf Wellness

Wird Hollywood zu „Hollywell“? Es wirkt ein wenig so, denn Wellness ist ein immer wichtigerer Teil der globalen Unterhaltungsindustrie. Bereits in den 50er Jahren brachte die Jack LaLanne Show Workouts direkt in die amerikanischen Wohnzimmer, in den 80ern war es dann Jane Fonda auf der Videokassette. Heute spielt Wellness bei den Streaming-Dienstleistern eine große Rolle. Das Jahr 2020 begann zum Beispiel mit „The Goop Lab“ auf Netflix, wo Gwyneth Paltrow jede Woche eine andere Wellness-Erfahrung mit den Zuschauern teilte: Reisen nach Jamaika, um Psychedelika auszuprobieren und zu Hellsehern und Energie-Heilern. Freilich sind diese Formate eher weit weg von der Lebensrealität der meisten Menschen. 

Fitness im Smart-TV

Mit dem Einstieg der Big Player gibt es aber auch mehr konkrete Wellness-Angebote für alle. Nehmen wir „Samsung Health“, mit dem die Menschen 5.000 Stunden kostenlose Fitness- und Meditationskurse (live und on-demand) nach Hause bekommen. Smart-TV-Marken schaffen zunehmend Portale, damit die Leute "etwas tun", statt nur "zuzuschauen". Mit Wearables lassen sich diese Erlebnisse personalisieren: Die richtige Bewegung und den richtigen Stressabbau zur richtigen Zeit.

 

 „Über eine Milliarde Menschen weltweit haben bereits Smart-TVs. Wenn hier weiterhin kostenfreie Fitness- und Wellness-Kurse inkludiert werden, erhöht das enorm die Reichweite solcher Angebote“

Beth McGroarty, VP, Research & Forecasting, GWS/GWI

Immer mehr Menschen trainieren mit dem Smart TV Zuhause © Shutterstock

Wellness-Unternehmen werden zunehmend zu Produktionsfirmen. Etwa die beiden großen Meditations-Apps, Calm und Headspace, die ihre Inhalte ins Fernsehen übertragen. Die Idee, dass eine Meditations-App eine TV-Serie auf HBO oder Netflix bekommt, wäre noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen.

Die Zukunft von Wellness im TV wird sozialer: Amazon und Netflix ermöglichen bereits interaktive "Watch Parties". Und sie wird persönlicher: Die nahtlose Verbindung von Wearables, Wellness-Apps und Smart-TVs macht den User zum Mittelpunkt.

 

Die Musikindustrie setzt auf Wellness

Eine große Rolle spielt auch die Musik, die von immer mehr Menschen als eine Art Medizin konsumiert wird, zum Stressabbau, Schlafen, Konzentrieren oder zum Training. Die entsprechenden Channels gibt es inzwischen bei den großen Musik-Streaming-Seiten wie Spotify, Amazon oder Apple, Meditations-Apps werden zu vollwertigen Plattenlabels und Künstler experimentieren mit Musik, die heilt. Der Vormarsch von KI und biometrischen Technologien hat "generative" Musik hervorgebracht. Das Ergebnis ist eine sich immer wieder neu entfaltende Klangumgebung, die Geist und Körper in die richtige Richtung lenken, egal ob man sich gerade beruhigen oder aufwachen möchte.

Nicht zuletzt spielt Musik auch in den Fitnessangeboten eine immer wichtigere Rolle. Star-Trainer werden zu DJs. Beispielsweise hat Apple bei der Entwicklung von Apple Fitness+ einen großen Fokus auf Musik gelegt und neue Playlists kreiert.

 

Wellness als Business- und PR-Tool der Stars

Und auch die Celebrities aus Film, Fernsehen, Musik und Sport investieren in den Wellnessmarkt, gründen Unternehmen oder unterstützen Gesundheitsinitiativen. Die Liste an Beispielen ist lang. So haben zum Beispiel 20 Profisportler (darunter NBA-Star Seth Curry und Tennis-Superstar Serena Williams) geholfen, das Fitness-Start-up Tonal auf 200 Millionen Dollar zu bringen; J. Lo und die indische Schauspielerin Malaika Arora haben sich an der indischen Yoga-Kette Sarva beteiligt; und Serien-Wellness-Investorin Maria Sharapova investierte kürzlich in die Bodywork-Geräte-Marke Therabody.

Die Vermittlung von gesunder Ernährung ist eine der großen Aufgaben in 2021 © Shutterstock

Trend 2: Essen fürs Immunsystem

Als uns das Virus 2020 traf, wurde das Immunsystem zu unserer Obsession. Konzepte und Produkte in der breit gefächerten Wellnessbranche bekamen das Label „immunstärkend“. Auch in der Zukunft werden die Verbraucher diese Angebote nachfragen.

 

Nichts als Marketing?

So schießen überall "immunstärkende" Superfoods, Nahrungsergänzungsmittel und Behandlungen aus dem Boden. Nach Beginn der Pandemie wurde der Hashtag #immunebooster auf Instagram 46 Prozent häufiger verwendet als zuvor, so eine Studie der „University of Alberta“. Die verängstige Bevölkerung nahm die neuen Produkte gerne an.

Doch das Konzept des "Immunboosting" ist genau der falsche Weg, um ein langfristig gesundes Immunsystem zu schaffen. 

Darauf kommt es an: Metabolic Health

Im Zentrum der Aufmerksamkeit sollten verstärkt Stoffwechselkrankheiten stehen. Darunter versteht man jede aus dem Lot geratene Regulierung der Lipide und des Blutzuckers sowie chronische Entzündungen. Sie führt zum metabolischen Syndrom: hoher Blutzucker, überschüssiges Fett um die Taille, hohe Triglyceride, Bluthochdruck und schlechter HDL-Cholesterinspiegel. Metabolische Dysfunktionen führen zu Fettleibigkeit (und den damit verbundenen Krebsarten), Diabetes, Herzkrankheiten und vielen weiteren Erkrankungen.

„Die Corona-Epidemie wurde von einer Epidemie von Stoffwechselkrankheiten überlagert (die in den USA stark ausgeprägt ist, aber weltweit zunimmt) - und für mich ist das der Elefant im Raum. Wenn wir überhaupt über die Stärkung unseres Immunsystems sprechen, sind die grassierenden Stoffwechselkrankheiten das Problem Nr. 1, das wir angehen müssen."

Dr. Frank Lipman, führend in der Funktionellen Medizin

 

Die Rolle der Ernährung

Es gilt der Grundsatz: Wenig verarbeitete Lebensmittel, Zucker, raffiniertes Getreide und ungesunde Fette, stattdessen viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, gesunde Fette (wie Omega-3-Fettsäuren),

hochwertige Proteine, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten.

Die Vermittlung von gesunder Ernährung ist eine der großen Aufgaben der Politik, des Gesundheitssystems und der Wellnessindustrie in 2021. Viele Start-ups werden erschwingliche, nahrhafte Mahlzeiten für benachteiligte Gemeinden möglich machen, wie zum Beispiel das in L.A. ansässige „Everytable“. Das Unternehmen liefert gesunde Mahlzeiten zu niedrigen Preisen oder kostenlos in benachteiligte Gemeinden, die alle die durch höhere Preise in wohlhabenderen Gemeinden bezahlt werden.

Es gibt darüber hinaus verstärkt Forschung darüber, wie bestimmte Arten von intermittierendem Fasten den "Schalter" für die Regeneration des Immunsystems umlegen können. Während in der Vergangenheit intermittierendes Fasten meist im Namen der Gewichtsabnahme durchgeführt wurde, wird es jetzt zum Faktor für die Gesundheit des Immunsystems.

 

Die Zukunft: Personalisierte Ernährung

Die Forschung zeigt, dass die gleichen Lebensmittel oft extrem unterschiedliche Auswirkungen auf das Mikrobiom und den Stoffwechsel eines Individuums haben. Das zeigt die Dringlichkeit von personalisierten Ernährungsempfehlungen auf Grundlage von Blut-, Mikrobiom- und Gentests.

Unglaubliche 70 Prozent unseres Immunsystems ist in unserem Darm angesiedelt sind. Forscher versuchen, den Code des Mikrobioms zu knacken, wobei KI und maschinelles Lernen helfen, die komplexen Darmdaten für eine personalisierte Ernährung zu nutzen.

 

Entscheidend: Bewegung

Dass regelmäßiger Sport das Immunsystem stärkt, ist unbestreitbar – unabhängig von Alter und Kondition, auch wenn es nur ein zehnminütiger Spaziergang am Tag ist. Die Kontraktionen der Muskeln produzieren Proteine, genannt Myokine, die Infektionen bekämpfen und die Kraft der natürlichen Killerzellen des Immunsystems erhöhen. Studien zeigen, dass hochintensives Training für mehr als 75 Minuten das Immunsystem positiv beeinflussen kann. Daher ist eine Mischung aus niedriger und hoher Trainingsintensität am besten.

 

Die Rolle von negativem und positivem Stress

Chronischer Stress ist ein Zerstörer des Immunsystems. Hingegen haben freiwillige, „positive“ Stresserfahrungen (heiß/kalt, Fasten, Atemarbeit, hochintensive, kurze Trainingseinheiten) nachweislich einen kurzfristigen, positiven Effekt auf das Immunsystem. Die Forschung ist im Gange, ob diese "hormonellen" Stress-Praktiken auch einen langfristigen Nutzen für das Immunsystem haben.

 

Prävention statt Fast-Fashion

Immungesundheit sollte kein „Was kommt als Nächstes – Fast-Fashion-Trend“ mit fancy Produkten werden. Es ist wichtig, sich zu den Grundlagen der präventiven Medizin zurück zu besinnen. Die Forschung wird sich weiter mit dem komplexen Einfluss der Ernährung auf das Immunsystem, mit innovativen Therapien und personalisierten Ernährungsmodellen beschäftigen. Eine Wellness-Industrie, die sich auf die Immunwissenschaft stützt, könnte viele Leben retten. 

Trend 3: Spiritualität in der Architektur

Studien zeigen, wie die gebaute Umwelt unser Wohlbefinden beeinflusst: Hormonproduktion, Entzündungen, Darm und Atemwege Gesundheit, Stresslevel, Immunität gegen Krankheiten und Viren, kognitive Leistungsfähigkeit, soziale Interaktionen und Beziehungen, emotionales Wohlbefinden und so weiter. Unsere Gebäude treiben unser Verhalten an, beeinflussen unsere Stimmung und hemmen oder fördern unsere Fähigkeit, unsere eigene Spiritualität zu erschließen.

 

Numinose Momente

Wellness Architektur macht sich Integration von numinosen Momenten zur Aufgabe. Das geschieht, wenn wir unsere Gedanken innehalten und uns Ehrfurcht, Glückseligkeit, Schönheit, Ruhe, Liebe oder Dankbarkeit überkommt. Die heutige "always on" Kultur braucht solche Momente, die in die Architektur eingebettet werden. Es geht um Meditation, Achtsamkeit, Atemarbeit, Dankbarkeit und anderen wichtigen Wellness-Praktiken.

Die Architektur beeinflusst Wohlbefinden und Verhalten © Shutterstock

Neue Verständnis von Spiritualität

Spiritualität verlagert sich vom sonntäglichen Kirchgang zu etwas, das sowohl die Frommen als auch die Atheisten täglich in ihr Streben nach Selbstverwirklichung integrieren. Universelle Züge der Spiritualität beinhalten Dinge wie die Verbindung mit dem Göttlichen, die eigene Bestimmung zu kennen, die eigenen Potenziale zu erreichen und auch zum Wohle anderer einzusetzen sowie das Leben im gegenwärtigen Moment. Spirituelles Wohlbefinden verdient zu Recht gestalterische Berücksichtigung und ausgewiesene Räume in unseren Häusern, Arbeitsplätzen und Stadtlandschaften.

 

Verhalten durch die Architektur beeinflussen

Bei der Nudge-Architektur wird die Umgebung so gestaltet, dass sie das Verhalten der Menschen beeinflussen kann, Individuen aber dennoch ermöglicht ihre eigene Wahl zu treffen. So kann man zum Beispiel im Eingangsbereich eine schöne Treppe platzieren, während der Aufzugschacht im hinteren Teil des Gebäudes versteckt wird, um Bewegung zu fördern. Auf dieselbe Weise können Hinweise in die Umgebung integriert werden, wie zum Beispiel Meditationsbuchten oder Erdungszonen am Arbeitsplatz, um dem Einzelnen ermöglichen, seine spirituellen Praktiken in den Alltag zu integrieren.

 

Energie durch die Architektur beeinflussen

Während die „Nudge-Architektur“ bewusst oder unterbewusst sein kann, arbeiten einige alte Traditionen wie „Vastu-Architektur“ und „Feng Shui“ in einem anderen Bereich. Diese Praktiken verwenden Techniken wie Orientierung, Proportionen, Astrologie, Platzierung von Räumen und Einrichtungsgegenständen sowie Segnungszeremonien, um die Energie zu beeinflussen, die mit Lebensereignissen, Gesundheit und Beziehungen einhergeht.

So zeigt eine Umfrage unter Menschen, die in den glückbringenden „Maharishi Vastu“ Häusern leben, dass 86 Prozent von ihnen ihre Zeit im Haus mit spirituellem Wachstum in Verbindung gebracht haben. Etwa 80 Prozent verbinden das Wohnen in diesen Häusern mit der Suche nach einem größeren Sinn im Leben.

 

Mehr Wohlbefinden in der Architektur

Ein Silberstreif am Horizont des Jahres 2020 war, dass wir nicht länger nicht länger ein Auge zudrücken können, wenn es um minderwertige Gebäude geht. Wir brauchen Raum, um zu Atmen und achtsam sein zu können. Ein Leben in Balance bedeutet, spirituelle Momente in das tägliche Leben zu Hause, bei der Arbeit und in der Gemeinschaft zu integrieren.

 

Selbstverständliches überdenken

Es gilt umzudenken, auch bei Orten, die für uns in dieser Art und Weise selbstverständlich sind. Nehmen wir das Badezimmer mit Waschbecken, Toilette und Dusche in einem Raum. Wenn das Badezimmer aber zum „heiligen Raum“ für Baderituale und Entgiftungsbäder wird, die Geist und Körper entspannen und verjüngen und uns so die Bühne bietet, um eine Verbindung mit unserem höheren Selbst zu schaffen – dann ist dieser Raum nicht länger für eine Toilette geeignet.

Unsere Häuser werden sich mit Raffinessen verwandeln, die ihnen eine spirituelle Dimension hinzufügen: Wellness-Küchen werden so gestaltet, dass die Zubereitung von Vollwertkost zu einem freudigen und entspannenden Ritual wird. Schlafzimmer werden zu Schlafstätten, die so gestaltet sind, dass sie die „Heiligkeit des Abschaltens“ in Vorbereitung auf die Traumzeit und des Erwachens widerspiegeln. Meditations- und Übungsbuchten können auf minimaler Fläche einen Raum schaffen für diese täglichen Praktiken.

 

Wellness-Gemeinschaften statt grauer Siedlungen

Siedlungen werden sich von den monotonen, grauen Schablonen-Siedlungen zu Wellness-Gemeinschaften mit einem starken Sinn für Ort und Identität wandeln, die die natürliche Umgebung respektieren und die Mitglieder, die dort wohnen, fördern.

Serenbe in der Nähe von Atlanta ist ein solches Projekt. Die Modell-Wellness-Gemeinschaft verbindet die Menschen mit der Natur und miteinander. Hier lebt man in einer Nachbarschaft voller frischer Lebensmittel, frischer Luft und mit Fokus auf Wohlbefinden. Im Fokus stehen Kunst für Inspiration, Landwirtschaft für Ernährung, Gesundheit für Wohlbefinden und Bildung für Bewusstsein.

 

Atem-Kurse sind im Kommen © Shutterstock

Trend 4: Der Atem wird zu einem mächtigen Gesundheitswerkzeug

Früher war die Arbeit mit dem eigenen Atem eher auf der nicht ganz so ernst zu nehmenden Seite des Wellness-Spektrums. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Klinische Studien etwas an Harvard, Stanford oder Johns Hopkins haben wissenschaftlich bewiesen, was wir schon seit Jahrhunderten wissen: Die Art, wie wir atmen hat tiefgreifende Auswirkungen auf unsere geistige und körperliche Gesundheit und Fähigkeiten.

 

Atmen für alle Leistungslevel

Laut dem Elite-Leistungstrainer Owen Monroy muss man kein Olympionike sein, um vom intermittierenden hypoxischen Training (allgemein als Sauerstofftraining bekannt) zu profitieren. Monroy leitet die Produktentwicklung von HyperMax Oxygen, einem Fitnessgerät für Endverbraucher, das Höhensimulation mit Sauerstoffzufuhr kombiniert. Der Benutzer trägt eine Maske, die mit einer mit Sauerstoff gefüllten Flasche verbunden ist, und trainiert in verschiedenen Höhen und Intensitätsstufen. Wenn er bereit für eine Erfrischung ist, kann er einen Knopf drücken, der seine Umgebung auf das Vierfache des normalen Sauerstoffgehalts umstellt. Zu den Vorteilen gehören eine bessere Energie, eine erhöhte Durchblutung, eine verbesserte Nährstoffversorgung und weniger Entzündungen. 

Von der Atem-Party bis zum Atem-Urlaub

Die Angebote der Wellnessbranche rund ums Atmen wachsen. Ein Beispiel sind die „Amplified Ecstatic Breath“-Kurse von „Amplified Yoga“, einem der angesagtesten Live-Musik Fitnesskurse in L.A.. Der Kurs rund ums Atmen geht einher mit stimmungsverändernden farbigen Lichtern, Erfrischungen und einem Live-DJ. Und auch ein Festival rund ums Atmen mit über 50 der besten Experten für Atemarbeit gibt es inzwischen.

 

Das Thema spielt auch in der Hotellerie eine Rolle. Ein Beispiel ist der Lanserhof in Deutschland und Österreich, der seit Jahren Atemcoaching als Teil des Urlaubs-Wellness-Pakets begreift. Und das neue Post-Covid-Programm beinhaltet therapeutische Atemübungen.

 

Digitales Atmen

Atemübungs-Apps und YouTube-Videos gibt es schon seit einiger Zeit. Auf dem Vormarsch sind tragbare Geräte, die die Luftqualität messen, sowie Fitness-Tracker und andere Wearables, die atembezogene Daten wie Atemfrequenz, Pulsoxymetrie, Herzfrequenzvariabilität und gewohnte Atemmuster messen.

 

Das israelische Start-up-Unternehmen Anicca befindet sich in der Testphase seines zum Patent angemeldeten Companion-Geräts, das die Emotionen des Trägers reguliert, indem es das Gefühl der Atmung als beruhigende Vibration auf den Körper überträgt.

 

Corona und die Folgen

Da unsere grundlegende Fähigkeit zu atmen und die Sicherheit der Luft, die wir einatmen, seit dem Ausbruch von COVID-19 noch mehr an Bedeutung gewonnen hat, ist die Welt kollektiv auf den Atem konzentriert. Aber auch wenn das Virus zurückgeht, werden Atemarbeit und Atemwissenschaft weiter an Dynamik gewinnen und dank der Innovatoren in diesem Bereich, ein immer größeres Publikum erreichen

Atem-Coaching als Teil des Urlaubs © Lanserhof Tegernsee © Maximilian Koenig

Über das GWI:

Das Global Wellness Institute (GWI) ist eine gemeinnützige Organisation mit der Mission, Wellness weltweit zu fördern, indem der öffentliche und private Sektor über präventive Gesundheit und Wellness aufgeklärt wird. Die Forschung, Programme und Initiativen des GWI haben maßgeblich zum Wachstum der 4,5 Billionen US-Dollar schweren Wellness-Wirtschaft beigetragen - und zur Vereinigung der Gesundheits- und Wellness-Industrie.

https://globalwellnessinstitute.org/